Home Office – Der wahre Weg der Mitarbeitermotivation?

Die Idee des „von-daheim-aus-Geld-Verdienens“ existiert zwar schon seit geraumer Zeit, jedoch waren die Bedingungen und Möglichkeiten noch nie besser als sie es heute sind. Neben all den Vorteilen, die für Arbeitnehmer/innen, aber auch Arbeitgeber/innen, sehr verlockend erscheinen, gibt es auch einige Fallstricke, die sowohl für den/die Mitarbeiter/in als auch für das Unternehmen zur Gefahr werden können. Wir wollen nun aus einem arbeitspsychologischen Blickwinkel die wesentlichsten Charakteristika betrachten und daraus ein Resümee ziehen.

Das Büro für hoch konzentrierte Tätigkeiten

Unsere heutige Arbeitswelt ist gekennzeichnet von hohen geistigen Anforderungen. Konzentrierte und aufmerksame Arbeit sind Basis vieler Arbeitstätigkeiten. Viele Unternehmen sehen die Vorteile von Großraumbüros, die aber einen Nachteil haben – es ist selten richtig ruhig. Vielerorts gibt es keine temporären Ruhearbeitplätze, wo sich Mitarbeiter/innen für hoch konzentrative Arbeiten zurückziehen können. Immer häufiger wird von den Arbeitgebern/innen die Möglichkeit eingeräumt von zuhause aus zu arbeiten. Und viele schätzen es enorm, zuhause endlich in Ruhe arbeiten zu können. Der große Vorteil von Homeoffice ist wohl diese Möglichkeit.

Zudem liegt natürlich die Zeitersparnis auf der Hand. Durch Heimarbeit ist der Weg zum Büro von nun an passé und der Umweltgedanke stets im Fokus.

Der Haken an der Sache…

… sollte nicht außer Acht gelassen werden. Es gibt nämlich sehr wohl Aspekte, die gegen oder zumindest für eine gut durchdachte Homeoffice-Arbeitsweise sprechen.

Ein gutes Gemeinschaftsgefühl durch den Austausch und die räumliche Nähe von Kollegen/Kolleginnen ist ebenso essenziell für die Freude an der Arbeit, wie die Tatsache, dass „gesehen wird was ich leiste“ – die Anerkennung. Beides Faktoren, die beim Homeoffice oftmals zu kurz kommen. Schwierig sicher zu stellen ist außerdem eine einwandfreie Informationsübermittlung, was auch den nicht weniger wichtigen informellen Austausch zwischen Kolleginnen und Kollegen betrifft.

Besonders sorgsam sollte man auch auf das Gerechtigkeitserleben im Team achten. Sollte nicht jeder die Möglichkeit haben, Homeoffice zu machen, kann dies als ungerecht empfunden werden. Gerechtigkeitserleben fördert die Freude an der Arbeit und vor allem die Gesundheit der Mitarbeiter/innen; es ist daher ein wichtiger arbeitspsychologischer Aspekt. Und nicht zu vergessen: das Gemeinschaftsgefühl kann durch ungerecht empfundene Entscheidungen negativ beeinflusst werden.

Der Mensch braucht Erholungszeiten um langfristig produktiv und gesund zu sein. In diesem Zusammenhang ist natürlich auch im Homeoffice die erholsame Pause eine Voraussetzung für langfristige Gesundheit.

Wann ist die Arbeit im Homeoffice zu Ende? Gibt es fix eingeplante Arbeitszeiten? Zwei zentrale Fragen im Homeoffice. Einerseits damit die Kollegen/innen wissen wann sie die Homeoffice-Mitarbeiter/innen erreichen können. Anderseits aber auch um Zeiten zu haben, in denen man vom Büro abschalten kann. Sonst beginnen die Übergänge zwischen aktivem Arbeiten und dem Familienleben zu verschwimmen und das birgt Risiken in sich.

Ein Lösungsansatz in diesem Fall könnte sein, durch konkrete Zeiten die berufliche Erreichbarkeit zu untermauern.

Ebenfalls problematisch wirkt sich die räumliche Fusion vom privaten Zuhause und dem Büro aus. Durch die fehlende visuelle Trennung wird der persönliche Arbeitsmodus schnell durch private Ablenkungen wie ein auszuräumender Geschirrspüler oder streitende Kinder blockiert.

Fazit: Gemeinsam einen individuellen Weg erarbeiten

So verführerisch die Vorzüge der Verschiebung des Arbeitsplatzes ins Eigenheim zu sein scheinen, so demotivierend können sich die Nachteile auswirken. Genau aus diesem Grund kann sich eine Kombination der beiden Formate als sinnvoll erweisen. Das Erfolgsrezept aus unserer Sicht ist: aktiv in den Austausch mit den Arbeitgeber/innen und auch seinen Kollegen/Kolleginnen gehen und damit einenindividuellen Weg finden, der für alle Seiten gewinnbringend ist.